KT Wärmesysteme AG
Ratgeber · Verbrauch richtig einordnen

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Der Stromverbrauch ergibt sich nicht aus Wohnfläche oder Geräteleistung allein. Für eine erste Einordnung wird der jährliche Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser durch eine realistisch angesetzte Jahresarbeitszahl geteilt; Hilfsenergie und besondere Betriebsweisen kommen hinzu. Entscheidend sind Gebäude, Klima, Wärmequelle, Vorlauftemperatur, Heizkurve und Nutzung. Eine seriöse Prognose weist deshalb Eingaben und Annahmen offen aus und nennt das Ergebnis als Bandbreite statt als Garantie.

Fünf Grössen prägen den Jahresverbrauch.

Ein Prospektwert beschreibt einen definierten Prüfpunkt. Der reale Jahresverbrauch entsteht dagegen aus vielen Betriebsstunden mit wechselnden Aussen- und Systemtemperaturen.

Wärmebedarf

Heizung und Warmwasser werden in Kilowattstunden Wärme betrachtet, nicht mit der elektrischen Anschlussleistung verwechselt.

Jahresarbeitszahl

Sie beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über einen längeren Zeitraum und muss realistisch angesetzt werden.

Vorlauftemperatur

Höhere erforderliche Temperaturen verändern die Arbeitsbedingungen; Heizflächen und Heizkurve gehören daher in die Beurteilung.

Warmwasser

Speichertemperatur, Zirkulation, Zapfprofil und Ladezeiten können einen relevanten eigenen Verbrauchsanteil bilden.

Hilfsenergie

Pumpen, Regelung, Begleitheizung oder ein elektrischer Zusatzheizer werden nicht stillschweigend ausgeblendet.

Betriebsführung

Zeitprogramme, Absenkung, Sperrzeiten und unnötig hohe Sollwerte beeinflussen das Ergebnis ebenso wie die Hardware.

Diese Daten verbessern eine Verbrauchsprognose.

  • klimabereinigter Heizenergieverbrauch oder belastbare Heizlast
  • beheizte Fläche, Gebäudezustand und geplante Sanierungen
  • Heizkörper, Fussbodenheizung und reale Vorlauftemperaturen
  • Warmwasserbedarf, Zirkulation und Speicherbedingungen
  • Wärmequelle, lokales Klima und geplanter Betriebspunkt
  • getrennte Betrachtung von Wärmepumpenstrom und übriger Gebäudetechnik

Von der Frage zum belastbaren Konzept.

  1. Wärmebedarf für Raumheizung und Warmwasser getrennt bestimmen.
  2. Realistische Arbeitsbedingungen und eine begründete Jahresarbeitszahl ansetzen.
  3. Hilfsenergie, Zusatzbetrieb und mögliche Änderungen als Bandbreite ergänzen.
  4. Nach Inbetriebnahme Wärme- und Stromdaten vergleichen und Betrieb optimieren.