Illustration eines bestehenden Gebäudes mit Wärmepumpe
Sanierung · Heizungsersatz · Schweiz

Wärmepumpe im Altbau.

Nicht das Baujahr entscheidet. Heizlast, Heizflächen, Vorlauftemperatur, Wärmequelle und Aufstellort zeigen, welche Lösung zum Gebäude passt.

Das Gebäude zuerst

Ein Altbau ist keine feste technische Kategorie.

Zwei Gebäude desselben Baujahrs können sich bei Dämmung, Fenstern, Nutzung, Heizflächen und bisherigem Betrieb deutlich unterscheiden. Eine Gerätewahl allein nach Wohnfläche oder Jahresverbrauch bleibt deshalb zu ungenau.

KT ordnet zuerst den Bestand ein. Danach werden Wärmequelle, Geräteleistung, Hydraulik, Warmwasser, Elektroanschluss, Aufstellung und Regelung als zusammenhängendes System geplant.

Eignung prüfen

Vier Fragen vor der Produktwahl.

Die Vorprüfung soll nicht möglichst schnell ein Gerät nennen. Sie soll sichtbar machen, was bereits belastbar ist und welche Angaben noch fehlen.

01

Wie viel Wärme braucht das Gebäude?

Verbrauchswerte helfen bei der Einordnung. Für die Auslegung braucht es eine Heizlast, die Gebäudezustand, Standort, Nutzung und geplante Sanierungsschritte berücksichtigt.

02

Reichen die vorhandenen Heizflächen?

Entscheidend ist die Wärmeabgabe jedes Raums bei der geplanten Systemtemperatur. Einzelne Heizkörper lassen sich gezielter anpassen als ein ganzes System pauschal zu verwerfen.

03

Welche Wärmequelle ist möglich?

Luft, Erdreich oder Grundwasser stellen unterschiedliche Anforderungen an Grundstück, Bewilligungen, Erschliessung, Schall, Investition und Planung.

04

Passt das System in den Bestand?

Platz, Speicher, Leitungswege, Hauptanschluss, Rückbau, Aufstellung und der Übergang von der alten Heizung gehören vor der Ausführung zusammen koordiniert.

Heizkörper und Vorlauf

Kein pauschales Temperatur-Limit.

Bestehende Heizkörper schliessen eine Wärmepumpe nicht grundsätzlich aus. Massgebend ist, ob die Räume am Auslegungspunkt mit einer sinnvoll geplanten Vorlauftemperatur ausreichend Wärme erhalten.

Darum werden Heizlast und Heizkörperleistung raumweise gegenübergestellt. Wo Reserven fehlen, kommen beispielsweise grössere Heizflächen, einzelne Gebläsekonvektoren oder gezielte Verbesserungen an der Gebäudehülle infrage.

Bestand erfassen

Diese Angaben machen die erste Einordnung besser.

Fehlende Daten sind kein Ausschlusskriterium. Sie werden als offene Punkte ausgewiesen, statt durch scheinbar genaue Annahmen ersetzt zu werden.

Gebäude

Baujahr, beheizte Fläche, Geschosse, Fenster, Dämmung und geplante Veränderungen.

Bisheriger Betrieb

Verbrauch mehrerer Jahre, Wärmeerzeuger, Heizkurve, Vorlauf und bekannte Komfortprobleme.

Wärmeabgabe

Fussbodenheizung, Heizkörper, Raumzuordnung, Abmessungen und mögliche Anpassungen.

Warmwasser

Personenzahl, Nutzung, vorhandener Speicher, Zirkulation, Platz und gewünschte Nachladezeit.

Standort

Grundstück, möglicher Aufstellort, Distanzen, Nachbarschaft, Leitungswege und Zugänglichkeit.

Elektro und Hydraulik

Hauptanschluss, Verteilung, bestehende Speicher, Heizkreise und weitere Wärmeerzeuger.

Mögliche Systemwelten

Die Produktfamilie folgt der Projektaufgabe.

Die Serie wird erst eingeordnet, wenn Leistung, Wärmequelle, Betriebspunkt, Aufstellung und Einbindung bekannt sind.

Luft / Wasser

ADAPT 2

Für die Aussenaufstellung. Modellgrösse, Schallsituation, Heizflächen, Hydraulik und Warmwasser werden projektspezifisch geprüft.

ADAPT 2 einordnen →
Luft / Wasser

VERSI

Für Aufgaben, bei denen Innen- oder Aussenaufstellung, Platz, Leitungsführung und eine flexible Einbindung besonders wichtig sind.

VERSI einordnen →
Sole / Wasser · Wasser / Wasser

ETERA

Für geplante Erd- oder Grundwassernutzung. Wärmequelle, Bewilligung, Temperaturen, Hydraulik und eine mögliche Kühlung werden gemeinsam betrachtet.

ETERA einordnen →
Projektweg

Vom Heizungsersatz zum geplanten System.

Der Übergang wird so vorbereitet, dass technische Entscheidungen, Zuständigkeiten und offene Punkte vor der Ausführung nachvollziehbar sind.

  1. 1

    Bestand aufnehmen

    Gebäude, Verbrauch, Heizflächen, Warmwasser, Standort und bestehende Technik erfassen.

  2. 2

    Eignung vorprüfen

    Heizlast, Vorlauf, Wärmequelle, Schall, Platz und Elektroanschluss einordnen.

  3. 3

    System festlegen

    Gerät, Speicher, Hydraulik, Elektro, Regelung und notwendige Anpassungen planen.

  4. 4

    Ausführung koordinieren

    Fachpartner, Lieferumfang, Rückbau, Aufstellung und Inbetriebnahme abstimmen.

Häufige Fragen

Orientierung vor der Fachplanung.

Die Antworten sind bewusst an Bedingungen geknüpft. Die endgültige Auslegung bleibt vom konkreten Gebäude abhängig.

Funktioniert eine Wärmepumpe in jedem Altbau?

Eine pauschale Antwort ist nicht seriös. Heizlast, Heizflächen, erreichbare Systemtemperaturen, Wärmequelle, Aufstellung und technische Einbindung müssen zum Gebäude passen.

Müssen alle Heizkörper ersetzt werden?

Nicht zwingend. Die Heizkörper werden raumweise bei der geplanten Vorlauftemperatur beurteilt. Oft betrifft eine notwendige Anpassung nur einzelne Räume.

Muss das Haus zuerst vollständig gedämmt werden?

Nicht in jedem Fall. Geplante Massnahmen verändern jedoch Heizlast und Auslegung. Deshalb sollten zeitlich absehbare Fenster- oder Dämmarbeiten in die Planung einfliessen.

Reicht der bisherige Brennstoffverbrauch für die Auslegung?

Er ist eine hilfreiche Plausibilisierung, ersetzt aber keine belastbare Heizlast. Witterung, Anlagenverluste, Warmwasseranteil und bisheriges Nutzerverhalten beeinflussen den Verbrauch.

Wann sollte der Förderbeitrag geprüft werden?

Möglichst früh und vor auslösenden Bestellungen oder Arbeiten. Antragszeitpunkt, Qualitätsanforderungen und erforderliche Nachweise unterscheiden sich je Programm.

Nächster Schritt

Mit den Bestandsdaten beginnen.

Der öffentliche Rechner liefert eine erste Einordnung von Leistungsbereich, Wärmeabgabe, Aufstellung, Schall, Investitionsstruktur und Fördermöglichkeiten.